· Ehrenamt

Rettungshundestaffel spürt bei zwei Einsätzen binnen einer Woche vermisste Menschen auf

Mitglieder der Rettungshundestaffel bereiten sich auf ihren Einsatz in der Dunkelheit vor.

Gleich zwei Mal innerhalb weniger Tage ist die Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbandes im Oktober 2026 zu Einsätzen gerufen worden. In beiden Fällen gelang es den Einsatzkräften mit ihren Tieren, die gesuchten Personen zu finden und damit vermutlich Leben zu retten.

Einsatzkräfte der in Fürstenwalde ansässigen Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbandes haben innerhalb einer Woche in der Region gleich zweimal einen Menschen aus Lebensgefahr gerettet. „Jede Lebensrettung ist etwas ganz Besonderes,“ sagt Patrick von Krienke, Einsatzleiter und Hundeführer. „Es ist ein Geschenk, wenn nach einem langen und schwierigen Sucheinsatz der Fund einer lebenden Person gelingt.“ 

Vermisster Jugendlicher in Eberswalde

Am 8. Oktober 2026 wurden die Spezialisten der Hundestaffel nach Eberswalde alarmiert. Den dort vermissten Jugendlichen fanden die Rotkreuzler bei der Absuche eines ehemaligen Fabrikgeländes unweit des Hauptbahnhofes. Zuvor war die Spur des jungen Mannes verfolgt worden mit einem Mantrailer-Hund, der direkt bei der elterlichen Wohnung angesetzt wurde. Diese spezialisierten Tiere können auch noch Stunden und zum Teil Tage nach dem Verschwinden einer Person deren Geruchsspur folgen. Am Ende war es in Eberswalde das Zusammenspiel von Lageanalyse, Hundeleistung und Suchtrupp, der die Lebensrettung möglich machte. Nachdem dem Auffinden des Jugendlichen kümmerten sich die Sanitäter*innen der Hundestaffel um den Patienten, der Rettungsdienst brachte ihn anschließend ins Krankenhaus. 

Eine erfolgreiche Nacht im Wald bei Frankfurt (Oder)

Wenige Tage später wurde die Staffel kurz nach Mitternacht zur Personensuche in den Stadtwald von Frankfurt (Oder) alarmiert: ein Pilzsammler wurde vermisst. Unter anderem suchte ein Mantrailer nach dem Mann. Zahlreiche weitere Einsatzkräfte, darunter Flächensuchhunde aus Ludwigsfelde, Cottbus und Forst, wurden durch die Fürstenwalder Einheit koordiniert. Zahlreiche Drohnen, Wärmebildgeräte und Geländefahrzeuge wurden eingesetzt. Eine Hundeführerin der Fürstenwalder Staffel war es, die am nächsten Vormittag den vermissten Mann fand. Auch er wurde nach Rettung aus dem Wald und Erstversorgung an den Rettungsdienst übergeben. 

Alarmierungen in ganz Berlin und Brandenburg

Neben der Arbeit mit den Hunden koordiniert und führt die Rettungshundestaffel auch andere Einheiten mit Drohnen, Lautsprechern und Wärmebildkameras sowie andere Rettungshundestaffeln im Einsatz. Dazu verfügt die Spezialeinheit über mehrere Personen mit der Qualifikation als Verbandsführer, Zugführer oder Gruppenführer. Die Rettungshunde vom des DRK-Kreisverbandes Märkisch-Oder-Havel-Spree e.V. werden in ganz Berlin und Brandenburg alarmiert. "Personensuche ist eine hoch spezialisierte Einsatzart“, erklärt Patrick von Krienke. "Bei größeren Lagen können es 60 bis 100 Einsatzkräfte sein, die koordiniert werden müssen.“ Er selbst führt eine Mantrailer-Hündin - eine von nur drei solcher Tiere, die in Brandenburg auch von der Polizei geprüft und für den Einsatz zugelassen sind. 

Alle Einsatzkräfte der Rettungshundestaffel arbeiten ehrenamtlich. Auch für die Einsätze, oft kräftezehrend und mitten in der Nacht, bekommen die Freiwilligen keine Vergütung und häufig keine Freistellung vom Arbeitgeber. Die Staffel ist rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr über die Rettungsleitstelle und für die Polizei alarmierbar, wenn Personen vermisst werden.