Häufig gestellte FragenHäufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Ersten Hilfe und zu den Erste-Hilfe-Kursen

Finden Erste-Hilfe-Kurse während der Pandemie statt? 

Bei Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildungen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Länder und der regionalen Behörden in Bezug auf die Corona-Pandemie zu beachten sowie die SARS-CoV-2-Arbeits-schutzverordnung und der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard. Die üblichen Maßnahmen des Ar-beitsschutzes gelten weiterhin. 

In der aktuellen Situation sollten Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildungen bevorzugt als Inhouse-Schulun-gen durchgeführt werden, da Dienstreisen und Außenkontakte auf ein absolutes Minimum zu be-schränken sind. Sind Inhouse-Schulungen nicht möglich, z.B. auf Grund von zu geringen Teilnehmer-zahlen, können im Ausnahmefall auch öffentliche Kurse bei ermächtigten Ausbildungsstellen besucht werden. Unumgänglich kann die Teilnahme sein, wenn ohne diese die Grundversorgung in Erster Hilfe nicht sichergestellt und keine andere Möglichkeit zur Sicherstellung vorhanden ist.

 

Welche Hygienemaßnahmen müssen während eines Kurses beachtet werden? 

Die Rahmenbedingungen der betrieblichen Erste-Hilfe-Schulungen werden im Vorfeld zwischen Unternehmen und Ausbildungsstelle abgeklärt. Räumlichkeiten und hygienische Voraussetzungen liegen bei Inhouse-Schulungen im Verantwortungsbereich des Unternehmens. Bei Nichterfüllung der vereinbarten Erfordernisse können Stornogebühren beim Unternehmen geltend gemacht werden, sofern diese in einem privatrechtlichen Vertrag vereinbart wurden. Über diesen privatrechtlichen Vertrag können – wie bisher auch – die Abweichungen vom Standardkurs festgelegt werden; z.B. die Unter-schreitung der Mindestteilnehmerzahl von 10 Personen auf Wunsch des Unternehmens oder Zusatz-leistungen, die über die Standard-Leistungen bezüglich Übungs- und Demonstrationsmaterial hinausgehen. 

Für die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs muss der Teilnehmende in der Regel eine medizinische Gesichtsmaske oder eine FFP2-Maske oder eine vergleichbare Atemschutzmaske (Anlage der Corona-ArbSchV) mitbringen. Diese ist vom Arbeitgeber zu stellen.

 

Was sind die Fortbildungsfristen für Ersthelfer? 

Nach der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" hat der Unternehmer bzw. die Unternehmerin dafür zu sorgen, dass die Ersthelfenden "in der Regel" in Zeitabständen von zwei Jahren fortgebildet werden. Sollte die Fortbildungsfrist auf Grund der aktuellen Situation überschritten werden, lässt die Forderung einen gewissen Handlungsspielraum offen. 

Unabhängig von der Erweiterung der Fortbildungsfrist ist der Unternehmer bzw. die Unternehmerin verpflichtet, eine wirksame Erste Hilfe sicherzustellen. Hierbei sind insbesondere die betrieblichen Ge-fährdungen, die Erfahrung der vorhandenen betrieblichen Ersthelfenden und die Einschätzung des Betriebsarztes zu berücksichtigen. 

 

Ich konnte meine Fortbildung aufgrund der aktuellen Pandemielage nicht wahrnehmen. Kann ich weiterhin als Ersthelfer tätig sein? 

Die seit März 2020 andauernde pandemische Lage hat die Möglichkeit der Unternehmen deutlich erschwert oder unmöglich gemacht, ihre Ersthelfenden im Zeitabständen von zwei Jahren fortbilden zu lassen. So dürfen aktuell auf Basis der Corona-Verordnungen in einigen Bundesländern seit 15.12.2020 erneut keine betrieblichen Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildungen durch-geführt werden. 

Wenn auf Grund dieser Rahmenbedingungen ansonsten die Zahl der erforderlichen ausgebildeten Ersthelfenden gemäß § 26 Abs. 1 DGUV Vorschrift 1 nicht erfüllt werden kann oder die turnusmäßige Fortbildung nach § 26 Abs. 3 nicht erfolgen kann, dann kann von den Voraussetzungen des § 26 DGUV Vorschrift 1 nachfolgenden Maßgaben abgewichen werden: 

Es können auch Ersthelfende, deren Ausbildung oder letzte Fortbildung länger als zwei Jahre zurück-liegt, weiterhin als Ersthelfende eingesetzt werden. Als zeitliche Höchstgrenze kann derzeit ein Zeitab-stand von bis zu drei Jahren toleriert werden. Da dieses Tolerieren der besonderen Situation aufgrund der epidemischen Lage von nationaler Tragweite geschuldet ist, ist die erweiterte Fortbildungsfrist streng begrenzt auf das Andauern dieser Lage. Sobald diese sich so verändert, dass der Durchfüh-rung von Erste- Hilfe Qualifizierungsmaßnahmen nicht mehr pandemiebedingte Sonderregelungen von Bund, Ländern und Kommunen entgegenstehen, sind diese unverzüglich nachzuholen. Anstelle der Fortbildung sollte eine erneute Ausbildung zum Ersthelfenden erfolgen, um sicherzustellen dass die erforderlichen Handlungskompetenzen wiedererlangt werden können.